Die Entbehrlichen von Ninni Holmqvist aus dem Fischerverlag.
Ich muss gestehen das ist nicht mein eigenes Foto, denn ich habe das Buch geliehen bekommen und es sah schon extrem mitgenommen aus, das war optisch einfach nicht mehr schön. Selten hat mich ein Buch so berührt. Ich schreibe nicht viel zum Buch ich möchte es nicht zerreden, ich empfehle es unbedingt weiter.
Das Buch spielt in Schweden in einer demokratischen Gesellschaft in der beschlossen wurde die Menschen in Benötigte und Entbehrliche einzuteilen.
Dorrit aus deren Sicht dieses Buch geschrieben ist, ist so eine Entbehrliche, eine Frau ab 50 ohne Partner und Kinderlos, die am Rande der Gesellschaft alleine mit ihrem Hund vor sich hinlebt.
Da sie keine Bereicherung für die Gesellschaft ist wird sie abgeholt und in eine luxuriöse Einrichtung gebracht. Dort muss die wie alle Entbehrlichen für Organspenden und
psychologische Experimente zur Verfügung stehen, um ihrer Gesellschaft doch
noch zu dienen. Am Ende steht die große "Endspende", dieses Verfahren ist in der Bevölkerung bekannt und akzeptiert, ja normal. Dorrit akzeptiert ihr Schicksal scheinbar widerstandslos, einzig ihren Hund vermisst sie. Sie gewöhnt sich schnell ein und schließt vielleicht zum ersten Mal im Leben gute Freundschaften und findet ihre große Liebe.
Der Schreibstil ist nüchtern und klar, gerade das macht das Grauen dieses Buches aus, welches mich so fesselte. Die Menschen in diesem Buch sind nicht böse und es ist auch kein gemeiner Hintergedanke, es ist einfach die Ausführung einer "logischen" Entscheidung der Gesellschaft.
Eine bedrückende Zukunftsvision wenn ein Mensch nur noch nach seiner Produktivität beurteilt
wird, nach der Nützlichkeit für die Gesellschaft. Ich hoffe, dass die Welt, die dieser
Roman beschreibt niemals Realität wird.
Unbedingt lesen!

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